h1

Der Magier der Erdsee

November 18, 2009

ist der erste Band der Erdsee-Trilogie von Ursula K. LeGuin.

Ein Junge der Insel Gont entwickelt magische Fähigkeiten, wird von einem Zauberer als Lehrling angenommen und wird auf der Insel Rok an der Zaubererschule ausgebildet. In einem magischen Wettstreit unter Schülern passiert jedoch ein Unglück und „Der Sperber“ genannte Junge Ged hat einen dunklen Schatten in die Welt gerufen, der nun auf ihn wartet. Ged verlässt Rok und reist durch die Erdsee auf der Flucht vor dem Schatten, bis er erkennt, dass er sich ihm stellen muss.

Der erste Teil der Erdsee-Trilogie ist eine typische Fantasygeschichte für Jugendliche: eine magische Umgebung in einer erfundenen Welt mit fantastischen Kräften und Tieren wie Drachen, Otaks … Mir erscheint die Erzählweise des Buches recht altertümlich. Der erste Band erschien 1968, wirkt jedoch eher älter, was vielleicht mit der Übersetzung zu tun hat. In meiner Ausgabe gibt es dazu merkwürdige Zeichnungen, die eher unübersichtlich sind, wenn es sich um Karten handelt und nicht sehr klar, wenn sie die Geschehnisse zeigen. Für mich ein  überflüssiges Detail des Buches, wenn auch nicht störend.  Die Geschichte liest sich recht flüssig, doch Ged ist keine Figur mit der ich wirklich „mitfiebern“ kann, dafür bleibt er zu blaß. Seine Motivation, seine Handlungen sind vorhersehbar, nie überraschend und irgendwie bleibt diese Hauptfigur recht blass.

Werde jetzt eine Pause vor dem zweiten Buch einlegen und dann schauen, wie sich die Geschichte weiterentwickelt im zweiten Band der Erdsee.

h1

September / Oktober 09

November 1, 2009

Bennett, Alan: Così fan tutte

Becker, Alexandra; Becker, Rolf: Mord ist strafbar. (Gestatten, mein Name ist Cox)

Bradley, Marion Zimmer: Die Priesterin von Avalon

Christie, Agatha: Lauter reizende alte Damen

Christie, Agatha: Das fehlende Glied in der Kette

Cotterill, Colin: Dr. Siri und seine Toten

Donnelly, Jennifer: Das Licht des Nordens

Doyle, Arthur Conan: Der griechische Dolmetscher

Gier, Kerstin (2008): Ach, wär’ ich nur zu Hause geblieben

Goethe, Johann Wolfgang von (2002): Der Zauberlehrling

McKillip, Patricia A.: Harfner im Wind

* Ibbotson, Eva: Die Morgengabe

Klüpfel, Volker; Kobr, Michael: Laienspiel

Larsson, Åsa: Weiße Nacht

* Mayall, Felicitas: Nacht der Stachelschweine

Montgomery, Lucy M.: Die Ankunft. Anne auf Green Gables

Nair, Preethi (2007): Der Duft der Farben

Perry, Anne (2006): Der Würger von der Cater Street.

Phillips, Susan Elizabeth: Mitternachtsspitzen

Phillips, Susan Elizabeth: Ausgerechnet den

Pratchett, Terry: Die Insel.

Rowling, Joanne K. (2004): Harry Potter und der Stein der Weisen. Vorgelesen von Felix von Manteuffel:

Sommer, Arne: Peter Lundt und das Keuchen des Karpfen

…und nebenbei Liebe – Staffel 1

Wandrewala, Armin: Scheherazades Erbe

h1

Nicht jedes Buch gefällt gleich …

Oktober 25, 2009

Die Priesterin von Avalon ist geschafft und das Buch des Monats Oktober hat zwar Platz im Regal geschafft, konnte mich aber leider nicht überzeugen. Es ist eine klassische MZB-Geschichte, wie sie aus vielen anderen Büchern bekannt ist. Mir kam es wie ein Abklatsch in neuem Setting vor. Die Feuer von Troja fand ich super, die Neben von Avalon waren interessant. Andere Bücher wie das Haus zwischen den Welten oder Das Licht von Atlantis von ihr fand ich ebenfalls okay. Aber die gleiche Story in neuem Gewand ist einfach zu wenig für 452 Seiten.

Besser gefallen hat mir dagegen ein indischer Krimi: Scheherazades Erbe

In der Familie Prakash Shanae Sattars scheinen Frauen nicht allzulang zu leben: zuerst bringt sich Prakashs erste Frau um, dann wird seine zweite Frau Dina ermordet und auch seine Tochter Nivedita erlebt das Ende des Buches nicht. Dinas Nichte Scheherazade und ihr Freund Zerxes Avari werden durch das Testament Dinas mehr als ihnen lieb ist in diese Ereignisse hineingezogen und suchen die Gründe, die zu den Todesfällen führten.

Das Buch lebt nicht allzusehr von der Spannung, wer der Täter ist. Ganz im Gegenteil, fand ich es ziemlich schnell offensichtlich. Aber die Gründe für die Taten müssen ermittelt werden, das Geschehen entwickelt sich und das in einem kulturell-religiösen Umfeld, das mir unbekannt war. Und daran liegt für mich auch eine große Faszination des Buches. Die Ursachen der Ereignisse waren für mich nicht durchschaubar, dazu kommen die kulturellen und religiösen Bezüge: Prakash war Hindu, Dina Parsin. Um zu heiraten konvertieren beide zum Islam und lösen eine Kettenreaktion aus, die die eigentliche Story ausmacht. Sehr gut ist das Glossar im Anhang, das viele Begriffe erklärt und Zusammenhänge herstellt. Auch wenn es nicht so wichtig ist, was der pallo ist (Stück des Sari), so ist die Erklärung für Doongerwadi (Türme de Schweigens) schon sehr hilfreich. Ich mag diese Bücher, die mir nicht nur eine gute Geschichte erzählen, sondern etwas von Lebensweisen, Bräuchen, Ideen … vermitteln. Ist so ein Anstupser mehr darüber zu erfahren, zu lesen.

Nicht ganz unpassend dazu ist mein letztes Hörbuch: Der Duft der Farben von Preethi Nair, gelesen von Nana Spier.
Nina arbeitet als Rechtsanwältin und ihre Eltern warten auf ihre Hochzeit, damit ihr Vater in Rente gehen kann. Nina aber möchte malen und durch verschiedene Ereignisse kündigt sie und sucht sich ein Atelier. Doch ihre Familie weiss von nichts und bereitet die Verlobung mit Raj vor.

Die Geschichte ist zwar ziemlich vorhersehbar, aber sehr schön erzählt. Sie läuft wie ein Film vor meinem inneren Auge ab, was nichts mit der Malerei zu tun hat. Zu Beginn fand ich die Stimme von Nana Spier sehr unauffällig, naiv und wenig überzeugend, doch im Verlauf des Buches habe ich mich daran gewöhnt und fand sie gar nicht schlecht. War genau das Richtige für ein Herbstwochenende und macht Lust auf andere Bücher der Autorin. Koriandergrün und Safranrot klingt ebenfalls gut und landet mal wieder auf meiner nicht endenwollenden Wunschliste.

h1

Was für’s Herz und Buchstapelabbau

Oktober 9, 2009

Eva Ibbotson: Die Morgengabe
Wien in den 1930er Jahren: Ruth ist die Tochter eines Anthropologen. Der Beruf des Vaters fasziniert sie, sie will seine Assistentin werden. Doch ihr Leben, ihr Studium und die behüteten sonnigen Sommer am See sind gezählt: die Nazis kommen nach Wien. Ruth soll mit einem Studententransport nach England, ihre Familie folgt auf anderem Weg. Doch kaum in London angekommen, bemerken die Bergers, dass Ruth nicht angekommen ist. Sie ist noch immer in Wien, schläft im Büro ihres Vaters, weil das Haus verwüstet wurde und ist auf Hilfe angewiesen, um ihre Familie wiederzusehen. Diese Hilfe gewährt ihr ein Kollege ihres Vaters: Quinton Somerville, Professor aus England. Er heiratet sie kurzerhand und nimmt sie mit nach London. Niemand erfährt etwas von dieser Eheschließung, eine Scheidung soll bald folgen, denn Ruth möchte den Pianisten Heini Radek heiraten.

Eva Ibbotson erzählt die Geschichte Ruths und ihrer Familie. Neben ihren Eltern gibt es Onkel Mishak, die Besitzerinnen einer englischen Teestube, den Musiker Zeller, ihre Freundinnen im Studium, Frances Somerville … Von all diesen Menschen wird ein kleines Stück ihres Lebens berichtet. Das Ganze eingebunden in die Liebesgeschichte um Ruth und Quin, die sich vorhersehbar abzeichnet, damit aber nicht weniger schön erzählt wird. Ibbotson geht überwiegend sehr freundlich mit ihren Figuren um, stellt sie positiv und liebenswert dar. Ausnahmen gibt es, an denen sie wenig Gutes lässt: die Tochter des Dekans ist so ein Exemplar, für die als Leser schwer Sympathien zu entwickeln sein dürften.
Mir gefallen die Geschichten von Eva Ibbotson. Sie sind ein bisschen Erholung für meine Leseseele. Auch ihre Kinderbücher zeichnen sich durch die liebenswerten Charaktere aus. Da kann ich gut mit Vorhersehbarkeit und Happy-Ends leben.

Und um endlich mal wieder etwas gegen den grossen Stapel ungelesener Bücher in den diversen Regalen zu unternehmen, habe ich mir in anderen Blogs etwas abgeguckt: jeden Monat gibt’s einen „Leseauftrag“. Das kann von gelbes Buch, Krimi, Schmöker mit mehr als xy Seiten, nonfiction bis Autorenname mit z sein. Habe einfach ein paar Ideen auf Zettelchen geschrieben und Anfang des Monats wird gezogen, damit die Bücher gelesen werden, die immer wieder nach hinten, unten oder sonstwohin rutschen. Auslöser war ein Buch, das über vier Jahre immer wieder zur Seite gelegt wurde, weil ich es unbedingt lesen wollte. Dann war es endlich soweit! Und? Nach 100 Seiten war mehr als klar, dass es mich überhaupt nicht (mehr?) interessiert. Jetzt also eine gezielte Chance für diese Bücher. Ob die Stapel dadurch kleiner werden? Mal sehen. Aktuell lautet mein Leseauftrag „Beruf/Berufung“ und die Wahl fiel auf „Die Priesterin von Avalon“.

h1

Toskana-Krimi

Oktober 4, 2009

Es war mal wieder Zeit für einen Krimi und dieser fiel mir aktuell in die Hände: Felicitas Mayall: Nacht der Stachelschweine
Eigentlich hat Kommissarin Laura Gottberg gerade einen neuen Todesfall bekommen: eine Frau wurde aus der Isar gezogen. Doch dann kommt eine Bitte um deutsch-italenische Zusammenarbeit aus Siena und da Laura Halbitalienerin ist, muss sie fahren. In einer deutschen Gruppe, die einen Selbsterfahrungskurs in der Toskana macht, wurde eine Frau tot aufgefunden. Mord oder Unfall? Ein Verdächtiger ist schnell gefunden, da es genug Beweismaterial für seine Anwesenheit gibt, aber hat dieser Junge tatsächlich etwas mit dem Tod zu tun? Laura Gottwald und ihr italienischer Kollege Angelo Guerrini glauben es nicht und ermitteln weiter.
Dieser Krimi lebt von der Beschreibung der italienischen Landschaft, der Düfte und Eigenheiten und von den Beschreibungen dieser Selbsterfahrungsgruppe, die auf die Einheimischen recht bizarr wirken. Dazu eine Kommissarin, die neben der Dienstreise eine Art Familienauszeit nimmt und einen Kommissar, der ihr dabei hilft. Klingt vielleicht nicht nach überzeugender Lektüre und ist ganz sicher kein Buch, das jeder Krimileser kennen sollte, aber es ist eine gut erzählte Geschichte, die mein Toskana-Fernweh geweckt hat. Das Buch lässt sich schnell lesen, hat traurige Elemente ohne ins allzu düstere abzugleiten.

h1

Harfner und Licht

September 29, 2009

Der dritte Band der Erdzauber -Trilogie ist gelesen.
Morgon und Rendel machen sich gemeinsam auf den Weg. Sie erforschen ihre Kräfte und versuchen das Reich zu retten.
Die Autorin hat einen Rätselmeister als Hauptfigur und der Leser muss das in diesem Band auch sein um die Geschichte zu verstehen. Okay, das ist meine persönliche Meinung, doch ich war sehr erstaunt und verwirrt, woher Morgon plötzlich all diese Kräfte hat, wann er sie einsetzt und wann nicht. (Wenn ich gedanklich superschnell reisen kann, warum fliege ich dann als Krähe herum?) Dann wird immer mal wieder ein „Personenwechsel“ angedeutet, aber es bleibt so lange im Dunkeln, dass man schon die Geduld verlieren kann. Ich habe mich mit diesem Band wirklich sehr schwer getan, hatte immer wieder den Eindruck, einen Band nicht gelesen zu haben oder als hätte der Übersetzer etwas vergessen. Dadurch zog sich der letzte Teil der Trilogie sehr hin und hinterlässt einen etwas faden Nachgeschmack. Sprachlich war er immer noch gut, aber wenn die Story so erzählt wird, reicht das halt nicht aus für mich. Insgesamt denke ich, die Autorin hätte den dritten Teil entweder erklärlicher schreiben können und dann wäre die Geschichte super. So ist sie sprachlich toll, aber im Verlauf der Geschichte wird sie unübersichtlich. Vielleicht hätte ich mir auch eine andere Auflösung vorstellen können …
Es fällt mir nun schwer die gesamte Trilogie zu bewerten: der erste Teil hat mich sehr fasziniert, der zweite war -obwohl schon Übergangsband- trotzdem gut und der dritte hat mich irgendwie geärgert. Schwierig. Sprachlich war es sehr gut, die Welt ist gut ausgebaut, die Figuren haben viel Potential, aber …

Ebenfalls gelesen habe ich inzwischen Das Licht des Nordens von Jennifer Donnelly. Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen, ist schön ruhig erzählt und angenehm zu lesen. Tolles Buch!

h1

Blogparade Lesezeichen

September 27, 2009

Bin bei Taras Bücher-Blog über diese Blogparade von Jed gestossen und da ich total begeistert von meinen Lesezeichen derzeit bin, teile ich dies einfach mal mit.
Die Fragen dazu:
Wie markiert Ihr die Stelle im Buch, an der Ihr gerade seid? (Buch umknicken, Leseknicke, Lesezeichen?)
Ganz klar, es wird immer etwas eingelegt: ein Lesezeichen, ein Zettel, eine Postkarte oder was grad zu Hand ist. Umgeknickt wird nur in Zeitschriften, da stört mich das nicht.
Wenn Ihr Lesezeichen verwendet, was für welche (Fahrkarten, Fotos, Schnipsel, gekaufte oder selbstgemachte Lesezeichen)?
Irgendwie sammeln sich immer Lesezeichen an: Lesezeichenkalender gibt’s immer mal geschenkt, in vielen Büchern liegen beim Kauf Lesezeichen drin und in Geschenkbüchern sogar noch häufiger. Sollte von der kuriosen und manchmal schon arg zerfledderten Sammlung grad keins in Reichweite sein, wird halt irgendein anderes Stück Papier genutzt. Gar nicht mag ich diese Einstecker aus Metall: verliere ich eigentlich immer
Nutzt Ihr immer dieselben oder andere? Sammelt Ihr vielleicht sogar Lesezeichen?
Das ist immer so eine Phase, in der zwei oder drei näher liegen, nicht so verkramt sind. Sammeln: nein, nicht auch das noch ;-)
Zeigt Eure 1-3 liebsten Lesezeichen und begründet, warum Ihr diese besonders mögt / immer wieder verwendet!
LSZ1LSZ2
Ich finde diese Lesezeichen total praktisch. Sie verrutschen nicht, schonen das Buch und sehen auch noch nett aus.

h1

Susan Elizabeth Phillips: Ausgerechnet den?

September 25, 2009

Das Wichtigste zuerst: diese Sonderausgabe hat einen Trageumschlag, der lässt sich ausklappen und schon hat man ein – Taschenbuch! Irgendwie scheinen mich die Bücher von S.E. Philipps überwiegend wegen ihrer Aufmachung anzusprechen: zuerst die Herzchen, diesmal die Tragevorrichtung. Allerdings ist in dieser Ausgabe das Cover mal sehr passend.
Worum es geht:
Phoebe Sommerville ist als junges Mädchen bei ihren Vater ausgezogen, der sich nicht für sie interessierte und ihr das Leben nicht leicht machte. Als er stirbt, vermacht er ihr jedoch sein Football-Team unter der Auflage, dass sie es ein halbes Jahr managen muss um eine Abfindung zu erhalten. Sollte sie sogar einen Titel holen, behält sie das Team. Phoebe ist allerdings so gar nicht der Football-Mensch. Sie war Muse eines berühmten Künstlers, ihre Akte hängen in allen Museen dieser Welt, sie zieht sich bonbonrosa an und hat immer ihren kleinen Pudel namens Pooh dabei.
Klischees? Aber sicher doch. Das Buch lebt praktisch nur davon. Es gibt den passenden Mann für Phoebe, sie entwickelt sich zur Managerin und überwindet nebenbei ein schreckliches Erlebnis aus ihrer Kindheit. Dazu ein paar Bettszenen für die Erotik und den Football als typisch amerikanischen Sport. Was soll ich sonst zu dem Buch sagen? Liest sich locker und war als Urlaubslektüre am Strand unterhaltsam. Und hat mit diesem Entspannungseffekt bei mir seinen Zweck erfüllt ;-) Jetzt reicht es vorerst mit Chicklit-Büchern von S.E. Phillips. Pause muss sein!

Aktuelle Lektüre: Das Licht des Nordens von Jennifer Donnelly

h1

Åsa Larsson: Weiße Nacht

September 22, 2009

Im Frühjahr habe ich Åsa Larsson auf der Litcologne gehört als ihr vierter Roman um Rebecka Martinsson vorgestellt wurde. Die Lesung war beeindruckend, man konnte zwischen drin Stecknadeln fallen hören, so ruhig wurde es … und so spannend war es. Ich habe mir dann Band 1 „Sonnensturm“ gekauft. Der erste Satz lautet:
„Dass er stirbt, passiert Viktor Strandgård durchaus nicht zum ersten Mal.“
Was für ein Einstieg! In der Lesung hat Åsa Larsson über Nordschweden erzählt und ihre Romane in die Gegend eingebettet. Das war nicht nur spannend, sondern hilft auch Vorstellungen zu entwickeln.
Inzwischen liegt nun auch Weiße Nacht gelesen neben mir.

Rebecka Martinsson ist nach den traumatischen Erfahrungen in Nordschweden inzwischen zurück in Stockholm und weiß nicht, wie sie ihr altes Leben wieder aufnehmen soll. Ihre Kollegen versuchen sie in ihre Arbeit zu integrieren, doch Rebecka interessiert sich nicht mehr dafür.
Trotzdem begleitet sie einen Kollegen in den Norden, um einen Vertrag mit der Kirche abzuschließen und ihre Alpträume in den Griff zu bekommen. In Kiruna wurde kurz zuvor eine Pastorin ermordet, die sich viele Männer zu Gegnern gemacht hatte. Und Rebecka wird wieder in das Geschehen hineingezogen.

Spoiler folgen! Das Buch ist atmosphärisch wieder sehr gut. Da gebührt auch ein Lob der Übersetzerin Gabriele Haefs, die es schafft, dies auch in die deutsche Sprache umzusetzen. Und von der Sprache und der Atmosphäre lebt die Geschichte. Rebeckas Trauma wird deutlich und real. Sie erholt sich nicht einfach von Morden und macht weiter. Diese Figur bietet Realität und Entwicklungsmöglichkeiten, die mir gefallen. Aber auch andere Figuren des Romans entfalten sich immer deutlicher: durch den verloren gegangen Kater oder Gustav, der alle Schränke ausräumt und die Diskussionen um den Hausputz. All diese Dinge sind Kleinigkeiten (und das ist gut so), doch sie zeichnen die Charaktere liebevoll und detailreich und … ohne zu überfrachten. Ganz ohne Klischee kommt Åsa Larsson trotzdem nicht aus. Mildred hätte nicht unbedingt homosexuell sein müssen um glaubhaft zu wirken – zumindest nicht für mich. Am Ende gibt es wieder viel Dramatik und Trauer. Die Autorin lässt viele ihrer Charaktere nicht überleben und für Rebecka hätte ich mir fast ein besseres Ende gewünscht. Aber Band drei wartet ja schon .. vielleicht also beim nächsten Mal.

h1

Neue Potter-Lesung

September 15, 2009


Ich war sehr neugierig auf diese Lesung ist. Bin schon früh mit den Beck-Lesungen angefangen (Englisch lesen, Deutsch hören) und war begeistert, wie Rufus Beck die Worte von Joanne K. Rowling umsetzte. Auch die englischen Fry-Lesungen haben mir gefallen. Sie sind anders, aber ebenso gut. Als dann die Nachricht kam, dass es eine zweite deutsche Version geben wird, war ich erst überrascht und dann -zugegeben- etwas skeptisch. Letztendlich hat meine Neugier gesiegt und ich habe den ersten Band gehört. Es ist eine sehr ordentliche Lesung, wie ich es von Felix von Manteuffel nicht anders erwartet habe. Gut, einige Figuren gefallen mir stimmlich nicht so sehr, zum Beispiel ist Hagrid sehr langsam und wirkt dadurch auf mich etwas … naja, langsam halt. Und Nevilles Stimme ist extrem kindlich, da würde mich interessieren, wie er ihn in den späteren Bänden weiterentwickelt. Wer vielleicht weniger „Hörspielartiges“ mag, ist mit dieser Lesung bestimmt zufrieden. Ob Manteuffel mit seiner Versionen eine solche Hörbegeisterung ausgelöst hätte und ebenso viele Fans gewonnen hätte, bezweifle ich ein wenig. Ist im Nachhinein aber auch nicht mehr zu entscheiden.
Ich bleibe – und nicht nur aus Gewohnheit – Beck-Fan bei den Harry-Potter-Büchern. Vielleicht wäre es an der Zeit mich mal wieder durchzuhören?

So ganz nebenbei brauchte ich lesetechnisch ein wenig leichte Kost. Da fiel mir Mitternachtsspitzen von Susan Elisabeth Phillips in die Hände. Genau das Richtige also:

Kit Weston reist nach nach New York um den Plantagenbesitzer Baron Cain umzubringen, der ihre Plantage geerbt hat. Allerdings klappt das nicht wie gedacht und Cain stellt sich als ihr neuer Vormund heraus. Er steckt sie kurzerhand in ein vornehmes Pensionat. Drei Jahre später begegnen sich Kit und Cain erneut. Sofort fliegen die Funken zwischen ihnen von neuem.

Das Buch ist ein echter Schmachtfetzen, der vorhersehbar abläuft, aber unterhält. Ich wurde häufig an „Vom Winde verweht“ erinnert, was sich bei Zeit und Ort der Handlung wohl nicht vermeiden lässt. Besonders amüsant finde ich die Herzchenwertung auf dem Buchrücken:
♥♥♥ Liebe, ♥♥ Leidenschaft, ♥♥ Spannung, ♥♥ Humor
Das hatte ich bislang noch nicht gesehen. Dazu das für meinen Geschmack unpassende Cover – reizt meine Lachmuskeln …

Aktuelle Lektüre: Weiße Nacht von Asa Larsson. Dürfte sich etwas spannender entwickeln …