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Buchwelten

Juni 1, 2008

„Alles war heruntergekommen, schäbig, unordentlich, überall Bücher, die irgendwie den Eindruck vermittelten, als ob sie im Haus freien Auslauf hätten, nach Lust und Laune herumschweiften, allein oder in Grüppchen, und sich niederließen, wo und wann es ihnen gefiel
»Hier hinein.« Das Flüstern war noch ehrfurchtsvoller, und Peroni war, als würde er zu einer Audienz beim Papst geleitet.
Der Raum, den er jetzt betrat, mit seinem Fenster, das auf die grüne Weite hinausblickte, die sich bis Perugia erstreckte, war gewissermaßen die Hauptstadt der Bücher. Hier hatten sie, offenbar zu Tuasenden, ganz die Macht übernommen. Es gab Bände jeder nur denkbaren Art: dicke und dünne, junge und alte, aufwendig gebundene und heruntergekommene, alte Taschenbücher, die auf dem letzten Loch pfiffen, sowie robust aussehende Wörterbücher und Enzyklopädien. Doch trotz der unbestreitbaren Machtübernahme war ebenfalls nicht zu übersehen, daß all die Bücher zu friedlicher Koexistenz bereit waren, denn auf vielen von ihnen hockten oder lagen zusammengerollt – wo sonst hätte man hier auch hocken oder zusammengerollt liegen können – einige Dutzend Katzen, die sich voneinander fast ebenso stark unterschieden wie die Bücher.“

(Zitat aus: Morde in Assisi von Timothy Holme)

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