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Åsa Larsson: Weiße Nacht

September 22, 2009

Im Frühjahr habe ich Åsa Larsson auf der Litcologne gehört als ihr vierter Roman um Rebecka Martinsson vorgestellt wurde. Die Lesung war beeindruckend, man konnte zwischen drin Stecknadeln fallen hören, so ruhig wurde es … und so spannend war es. Ich habe mir dann Band 1 „Sonnensturm“ gekauft. Der erste Satz lautet:
„Dass er stirbt, passiert Viktor Strandgård durchaus nicht zum ersten Mal.“
Was für ein Einstieg! In der Lesung hat Åsa Larsson über Nordschweden erzählt und ihre Romane in die Gegend eingebettet. Das war nicht nur spannend, sondern hilft auch Vorstellungen zu entwickeln.
Inzwischen liegt nun auch Weiße Nacht gelesen neben mir.

Rebecka Martinsson ist nach den traumatischen Erfahrungen in Nordschweden inzwischen zurück in Stockholm und weiß nicht, wie sie ihr altes Leben wieder aufnehmen soll. Ihre Kollegen versuchen sie in ihre Arbeit zu integrieren, doch Rebecka interessiert sich nicht mehr dafür.
Trotzdem begleitet sie einen Kollegen in den Norden, um einen Vertrag mit der Kirche abzuschließen und ihre Alpträume in den Griff zu bekommen. In Kiruna wurde kurz zuvor eine Pastorin ermordet, die sich viele Männer zu Gegnern gemacht hatte. Und Rebecka wird wieder in das Geschehen hineingezogen.

Spoiler folgen! Das Buch ist atmosphärisch wieder sehr gut. Da gebührt auch ein Lob der Übersetzerin Gabriele Haefs, die es schafft, dies auch in die deutsche Sprache umzusetzen. Und von der Sprache und der Atmosphäre lebt die Geschichte. Rebeckas Trauma wird deutlich und real. Sie erholt sich nicht einfach von Morden und macht weiter. Diese Figur bietet Realität und Entwicklungsmöglichkeiten, die mir gefallen. Aber auch andere Figuren des Romans entfalten sich immer deutlicher: durch den verloren gegangen Kater oder Gustav, der alle Schränke ausräumt und die Diskussionen um den Hausputz. All diese Dinge sind Kleinigkeiten (und das ist gut so), doch sie zeichnen die Charaktere liebevoll und detailreich und … ohne zu überfrachten. Ganz ohne Klischee kommt Åsa Larsson trotzdem nicht aus. Mildred hätte nicht unbedingt homosexuell sein müssen um glaubhaft zu wirken – zumindest nicht für mich. Am Ende gibt es wieder viel Dramatik und Trauer. Die Autorin lässt viele ihrer Charaktere nicht überleben und für Rebecka hätte ich mir fast ein besseres Ende gewünscht. Aber Band drei wartet ja schon .. vielleicht also beim nächsten Mal.

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