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Was für’s Herz und Buchstapelabbau

Oktober 9, 2009

Eva Ibbotson: Die Morgengabe
Wien in den 1930er Jahren: Ruth ist die Tochter eines Anthropologen. Der Beruf des Vaters fasziniert sie, sie will seine Assistentin werden. Doch ihr Leben, ihr Studium und die behüteten sonnigen Sommer am See sind gezählt: die Nazis kommen nach Wien. Ruth soll mit einem Studententransport nach England, ihre Familie folgt auf anderem Weg. Doch kaum in London angekommen, bemerken die Bergers, dass Ruth nicht angekommen ist. Sie ist noch immer in Wien, schläft im Büro ihres Vaters, weil das Haus verwüstet wurde und ist auf Hilfe angewiesen, um ihre Familie wiederzusehen. Diese Hilfe gewährt ihr ein Kollege ihres Vaters: Quinton Somerville, Professor aus England. Er heiratet sie kurzerhand und nimmt sie mit nach London. Niemand erfährt etwas von dieser Eheschließung, eine Scheidung soll bald folgen, denn Ruth möchte den Pianisten Heini Radek heiraten.

Eva Ibbotson erzählt die Geschichte Ruths und ihrer Familie. Neben ihren Eltern gibt es Onkel Mishak, die Besitzerinnen einer englischen Teestube, den Musiker Zeller, ihre Freundinnen im Studium, Frances Somerville … Von all diesen Menschen wird ein kleines Stück ihres Lebens berichtet. Das Ganze eingebunden in die Liebesgeschichte um Ruth und Quin, die sich vorhersehbar abzeichnet, damit aber nicht weniger schön erzählt wird. Ibbotson geht überwiegend sehr freundlich mit ihren Figuren um, stellt sie positiv und liebenswert dar. Ausnahmen gibt es, an denen sie wenig Gutes lässt: die Tochter des Dekans ist so ein Exemplar, für die als Leser schwer Sympathien zu entwickeln sein dürften.
Mir gefallen die Geschichten von Eva Ibbotson. Sie sind ein bisschen Erholung für meine Leseseele. Auch ihre Kinderbücher zeichnen sich durch die liebenswerten Charaktere aus. Da kann ich gut mit Vorhersehbarkeit und Happy-Ends leben.

Und um endlich mal wieder etwas gegen den grossen Stapel ungelesener Bücher in den diversen Regalen zu unternehmen, habe ich mir in anderen Blogs etwas abgeguckt: jeden Monat gibt’s einen „Leseauftrag“. Das kann von gelbes Buch, Krimi, Schmöker mit mehr als xy Seiten, nonfiction bis Autorenname mit z sein. Habe einfach ein paar Ideen auf Zettelchen geschrieben und Anfang des Monats wird gezogen, damit die Bücher gelesen werden, die immer wieder nach hinten, unten oder sonstwohin rutschen. Auslöser war ein Buch, das über vier Jahre immer wieder zur Seite gelegt wurde, weil ich es unbedingt lesen wollte. Dann war es endlich soweit! Und? Nach 100 Seiten war mehr als klar, dass es mich überhaupt nicht (mehr?) interessiert. Jetzt also eine gezielte Chance für diese Bücher. Ob die Stapel dadurch kleiner werden? Mal sehen. Aktuell lautet mein Leseauftrag „Beruf/Berufung“ und die Wahl fiel auf „Die Priesterin von Avalon“.

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