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Nicht jedes Buch gefällt gleich …

Oktober 25, 2009

Die Priesterin von Avalon ist geschafft und das Buch des Monats Oktober hat zwar Platz im Regal geschafft, konnte mich aber leider nicht überzeugen. Es ist eine klassische MZB-Geschichte, wie sie aus vielen anderen Büchern bekannt ist. Mir kam es wie ein Abklatsch in neuem Setting vor. Die Feuer von Troja fand ich super, die Neben von Avalon waren interessant. Andere Bücher wie das Haus zwischen den Welten oder Das Licht von Atlantis von ihr fand ich ebenfalls okay. Aber die gleiche Story in neuem Gewand ist einfach zu wenig für 452 Seiten.

Besser gefallen hat mir dagegen ein indischer Krimi: Scheherazades Erbe

In der Familie Prakash Shanae Sattars scheinen Frauen nicht allzulang zu leben: zuerst bringt sich Prakashs erste Frau um, dann wird seine zweite Frau Dina ermordet und auch seine Tochter Nivedita erlebt das Ende des Buches nicht. Dinas Nichte Scheherazade und ihr Freund Zerxes Avari werden durch das Testament Dinas mehr als ihnen lieb ist in diese Ereignisse hineingezogen und suchen die Gründe, die zu den Todesfällen führten.

Das Buch lebt nicht allzusehr von der Spannung, wer der Täter ist. Ganz im Gegenteil, fand ich es ziemlich schnell offensichtlich. Aber die Gründe für die Taten müssen ermittelt werden, das Geschehen entwickelt sich und das in einem kulturell-religiösen Umfeld, das mir unbekannt war. Und daran liegt für mich auch eine große Faszination des Buches. Die Ursachen der Ereignisse waren für mich nicht durchschaubar, dazu kommen die kulturellen und religiösen Bezüge: Prakash war Hindu, Dina Parsin. Um zu heiraten konvertieren beide zum Islam und lösen eine Kettenreaktion aus, die die eigentliche Story ausmacht. Sehr gut ist das Glossar im Anhang, das viele Begriffe erklärt und Zusammenhänge herstellt. Auch wenn es nicht so wichtig ist, was der pallo ist (Stück des Sari), so ist die Erklärung für Doongerwadi (Türme de Schweigens) schon sehr hilfreich. Ich mag diese Bücher, die mir nicht nur eine gute Geschichte erzählen, sondern etwas von Lebensweisen, Bräuchen, Ideen … vermitteln. Ist so ein Anstupser mehr darüber zu erfahren, zu lesen.

Nicht ganz unpassend dazu ist mein letztes Hörbuch: Der Duft der Farben von Preethi Nair, gelesen von Nana Spier.
Nina arbeitet als Rechtsanwältin und ihre Eltern warten auf ihre Hochzeit, damit ihr Vater in Rente gehen kann. Nina aber möchte malen und durch verschiedene Ereignisse kündigt sie und sucht sich ein Atelier. Doch ihre Familie weiss von nichts und bereitet die Verlobung mit Raj vor.

Die Geschichte ist zwar ziemlich vorhersehbar, aber sehr schön erzählt. Sie läuft wie ein Film vor meinem inneren Auge ab, was nichts mit der Malerei zu tun hat. Zu Beginn fand ich die Stimme von Nana Spier sehr unauffällig, naiv und wenig überzeugend, doch im Verlauf des Buches habe ich mich daran gewöhnt und fand sie gar nicht schlecht. War genau das Richtige für ein Herbstwochenende und macht Lust auf andere Bücher der Autorin. Koriandergrün und Safranrot klingt ebenfalls gut und landet mal wieder auf meiner nicht endenwollenden Wunschliste.

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