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Zwei Mal das Meer

August 14, 2010

Anemone ist eine Fischertochter, die im Wirtshaus die Böden schrubbt. Eines Tage kommt das Schiff ihres Vaters ohne ihn zurück, ihre Mutter verfällt in einer Art Trauerstarre und Ane zieht in ein Haus am Meer, in dem früher eine alte Frau lebte, die inzwischen verschwunden ist. Von dieser alten Frau hatte Ane ein wenig Magie gelernt. Als ihr dann der junge Königssohn Kir begegnet, bittet er sie um Hilfe. Er fühlt sich dem Meer verbunden und Ane soll einen Weg in das Unterwasserreich für ihn finden. Aber sie findet und verliert noch viel mehr.

Diese Geschichte wird von Patricia McKillip in dem Fantasymärchen Meereszauber erzählt. Es wirkt wie eine ganz einfach Geschichte, in schlichter Sprache erzählt und doch ist es sehr bildhaft geschrieben und wirklich schön. Die Sprache passt sich wohl Ane an, die wie ein einfaches Mädchen wirkt und in fantastische Ereignisse verwoben wird. Ein sehr schönes Märchen.

Eine ganz andere Art von Meerwesen begegnete mir in Traummann an der Angel von Mary Janice Davidson. Durch den Hinweis von soleil auf dies Buch aufmerksam geworden und weil ich bereits Weiblich, ledig, untot von ihr kenne, war ich neugierig, wie Frederika Bimm sich im Vergleich zur Vampirkönigin Betsy entwickelt.

Die Geschichte: Meeresbiologin und Meerjungfrau Fred bekommt einen neuen Kollegen, der sich um die Verschmutzung des Hafenbeckens kümmern soll. Gleichzeitig taucht Artur, Prinz des Unterwasservolkes, auf. Er sucht Freds Hilfe, um die Verschmutzung zu beenden. Beide Männer haben aber daneben noch andere Interessen, die Fred nicht gleich gefallen.

Die Geschichte ist sehr nett erzählt, wenn auch die Übersetzung – oder vielleicht auch die redaktionelle Bearbeitung – des Buches etwas zu wünschen übrig lässt. Unfertige Sätze sind gerade am Beginn eines Buches keine Empfehlung. Das wird allerdings im Verlauf besser. M.J.Davidson glänzt nicht durch brillante Dialoge oder spannende Elemente, sondern erzählt amüsante Geschichten recht einfach und unterhaltsam. Das Ende – kein echter cliffhanger, aber schon auf Band zwei hindeutend – macht Lust auf’s Weiterlesen, weil die Figuren sicherlich noch einiges hergeben könnten und sich das Buch so schnell und unangestrengt lesen lässt.

Die beiden Bücher haben wirklich ausser dem Bezug zum Meer so gar nichts gemeinsam und rein erzählerisch und sprachlich hat mich Meereszauber mehr begeistert. Aber der Traummann hat mich auch gut unterhalten und wenn mir der zweite Teil mal über den Weg läuft …


Jetzt gibt’s aber erstmal eine Meerfrauen-freie Lesephase: bereit liegen schon: Der schwarze Steg von Asa Larsson und Der Geist des Highlanders von Lynn Kurland. Bin gespannt, welches sich vordrängelt.

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