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The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society

Oktober 10, 2010

Nachdem ich ja bereits ein paar Sätze des Buches zitiert habe – und mich im Nachhinein wundere, was ich von dem Satz erwartet habe – möchte ich mehr zu dem Buch erzählen, das mir wirklich gut gefallen hat.

Durch Zufall erhält ein Anwohner von Guernsey ein Buch, das zuvor der Londoner Autorin Juliet Ashton gehört hat. Er schreibt ihr und ein Briefwechsel entsteht, weil er sie mit dem Hinweis auf den „Club der Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf“ neugierig macht. (Zugegeben, der deutsche Titel ist nicht überzeugend, klingt im Englischen einfach viel besser: The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society). Der Schreiber Dawsey Adams erzählt Juliet von der Zeit der Belagerung auf Guernsey und wie er und seine Nachbarn sich durchgeschlagen haben und wie Literatur sie zusammengeführt hat. Juliet ist begeistert, fasziniert und beginnt auch einen Briefwechsel mit anderen Mitgliedern des Literaturkreises. In diesen Briefen entstehen Bilder der einzelnen Figuren und ihres Lebens, sie sind ein Stück Zeitgeschichte und gleichzeitig sehr persönlich. Darüber hinaus kommen viele Buchbesprechungen vor, wenn auch in kleinen Auszügen. Ich gebe zu, ich mag Briefromane, so dass es nicht überrascht, dass mir dieser gefällt. Die verschiedenen Sichtweisen und Lebensarten sind spannend. Historisch wusste ich von dieser Zeit auf Guernsey gar nichts und habe einiges gelernt.

Das Buch hat zwei Autorinnen und ich habe mir nichts dabei gedacht, denn so konnten die verschiedenen Briefe sicher gut geschrieben werden. Im Nachwort wurde dagegen klar, dass das gar nicht geplant war. Die Autorin Mary Ann Shaffer ist über dem Schreiben des Buches schwer erkrankt und hat ihre Nichte Annie Barrows gebeten, das Buch abzuschliessen. Ich denke nicht, dass man irgendeinen Wechsel erkennen kann, aber A.B. erklärt im Nachhinein auch, dass sie mit den Geschichten ihrer Tante aufgewachsen ist und vielleicht den Stil einfach sehr gut kennt.

Hier kommt nun noch ein Spoiler, weil das Buch, obwohl ich es sehr mochte, keine sechs Muscheln von mir bekommt: Juliet reist nach Guernsey, um ihre Briefpartner kennenzulernen und leider bekommt das Buch da eine Wendung, die in diesem Briefroman nicht mehr ganz passt. Zum Einen fehlen die Antwortbriefe und dann wurde vielleicht doch eine Geschichte zuviel hineingepackt. Billy Bee und Miss Marple sind für mich eine Abwechslung, die nicht zum Rest des Buches passt und die Erzählung für mich nicht abrundet. Aber ich kann es verzeihen, weil der Anfang einfach so toll ist.

Und hier noch ein Appetithappen:

„That’s what I love about reading: one tiny thing will interest you in a book, and that tiny thing will lead you on to another book, and another bit there will lead you on to a third book. It’s geometrically progressive – all with no end in sight, and for no other reason than sheer enjoyment.“ (p. 10)

Sagt doch alles, oder?

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