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Lesen geht grad‘ nicht

Februar 18, 2011

Aus verschiedenen Gründen klappt es grad mit dem Lesen einfach nicht. Der englische Pratchett fordert von mir Konzentration und Wohlwollen und zieht sich daher einfach hin. Dazu noch wenig Lesezeit, müde Augen, den Kopf einfach woanders (möchte jemand für mich Wohnung suchen?) – aber irgendwann ist auch das Buch ausgelesen.

Dafür habe ich ganz viel gehört: bei der Hausarbeit, beim Räumen, in der Bahn und beim Sport und dabei sind mir wirklich tolle Hörbücher begegnet:

Amokspiel von Sebastian Fitzek, gelesen von Simon Jäger und Strong Poison von Dorothy L. Sayers, gelesen von Ian Carmichael.

In Amokspiel geht es um ein Geiseldrama im Radiosender. Jede Stunde spielt der Geiselnehmer ein Spiel mit seinen Gefangenen und der Bevölkerung: er ruft an und wird die richtige Parole gesagt, darf die Geisel gehen. Der Geiselnehmer fordert seine Lebensgefährtin zurück, die bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Unmöglich? Nein, denn der Unfall war vorgetäuscht und die Zeit läuft.

Ich habe vor längerer Zeit mal „Das Kind“ gehört und war nicht sonderlich überzeugt, aber dieses Hörbuch ist wirklich klasse. Die Geschichte ist gut konzipiert und auch, wenn irgendwann klar wird, was vor sich geht, liest Simon Jäger die Geschichte so toll, dass das fast egal ist. Er schafft es in den Telefonaten zwischen Geiselnehmer und Kriminalpsychologin die sich entwickelnde Beziehung darzustellen und die Figuren sehr präsent zu gestalten. Das funktioniert natürlich nur, weil es auch der Text hergibt. Daher auch ein Lob an S.Fitzek. Er hat wirklich gute Handlungsstränge zusammen- und „Verwicklungen“ eingebaut, die vielleicht nicht für die ganz große Überraschung sorgen, aber die Figuren nachvollziehbar und real machen.

Echter Hörgenuß.

Strong poison musste ich einfach hören, weil ich vor etlichen Jahren die Lord Peter Wimsey-Krimis von Dorothy L. Sayers verschlungen habe. Sie waren mein Einstieg ins Genre und haben mein Bild von Krimis nachhaltig geprägt. Bin nicht so der Typ für eklige Leichen, Psychopathen und nervenzerreißende Spannung. Mag Ermittler, die auch ein eigenes Leben führen, von dem man etwas erfährt und da dürfen es auch skurrile Gestalten sein.

In diesem Fall steht Harriet Vane vor Gericht. Sie ist des Mordes an ihrem ehemaligen Geliebten angeklagt und soll zum Tod verurteilt werden. Lord Peter hat nur einen Monat um ihre Unschuld zu beweisen, denn er hat sich Hals über Kopf in sie verliebt. Doch wer hat Phillip Boyes das Arsen ins Essen gemischt und wie?

Selbstverständlich löst Lord Peter diesen Fall, aber die Ermittlungsmethoden sind sehr unterhaltsam. Wenn Miss Climpson sich auf die Scéance einlässt und dabei Blechdosen zum Klicken bringt, Bunter seinen Charme bei der Köchin spielen lässt oder Miss Joan Murchison Unterricht im Schlösserknacken bekommt, macht es einfach Spaß der Story zu folgen.

Ich mag die Dialoge zwischen Peter und Harriet, die hier eher tragikomisch sind. In „Gaudy night“ – meinem Lieblingsbuch der Reihe – sind sie noch unterhaltsamer. Sie machen nur einen kleinen Teil im Gesamtbuch aus, aber gehören für mich zu den Highlights des Buches.

Ian Carmichael liest im Großen und Ganzen gut, wenn er auch hin und wieder bei den Frauenstimmen übertreibt. Da wäre weniger mehr. Trotzdem hoffe ich, dass ich noch mehr von den Hörbüchern der Reihe auf die Ohren bekomme, am liebsten ungekürzt.

Beide Hörbücher bekommen daher von mir 4,5 von 5 Schneebällen 😉

Und jetzt freue ich mich auf’s Wochenende. Habe eben noch Hörtipps von sunsy gelesen und vielleicht schafft es dieser ja auf meinen Stick.

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