Posts Tagged ‘fantasy’

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Buchstart

Januar 30, 2011

Irgendwie komme ich derzeit einfach nicht zum Schreiben. Das neue Jahr beginnt arbeitstechnisch intensiver als gehofft und auch privat bleibt derzeit nicht so viel Zeit zum Lesen und Schreiben. Aber immerhin ist es mir gelungen ein paar wirklich schöne Hörbücher zu hören.

Das erste war Arkadien brennt von Kai Meyer, den ich wirklich fast immer sehr mag.

In diesem zweiten Teil der Arkadien-Reihe reist Rosa nach New York und versucht sich eine Auszeit als Capo zu gönnen. Gelingt ihr jedoch nicht, denn die Mafia ist auch dort präsent und bringt sie in brenzlige Situationen. Ausserdem erfährt sie einiges aus der Vergangenheit ihres Vaters, das ihr keine Ruhe lässt. Zurück in Sizilien versucht sie mehr zu erfahren, aber wem kann sie eigentlich noch trauen? Ihr Jurist versucht sie zu erpressen, die anderen Capi wollen sie loswerden und Alessandro rückt durch ein Video ebenfalls in ein schlechtes Licht.

Andreas Fröhlich liest die Geschichte klasse ein und ich freue mich, dass ich auf der Litcologne Kai Meyer selbst dazu hören darf. Und noch mehr freue ich mich auf den dritten Band, denn die Figuren Rosa und Alessandro gefallen mir gut, gerade weil sie so unterschiedlich in eine ähnliche Rolle gelangt sind. Alessandro wurde schon früh vorbereitet auf seine Nachfolge, Rosa wusste jahrelang nichts von ihrer Herkunft als Arkadierin, nun sind beide eher geduldete Mafiaoberhäupter und müssen sich mit dieser Rolle auseinandersetzen. Dazu die mystische Geschichte der Arkadier – ein wirklich gelungenes Setting. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie unterschiedlich die Geschichten sind, die sich Kai Meyer einfallen lässt. Bislang folgte ich ihm in die Lagune mit Merle, zu den Dschinns und Sturmkönigen und jetzt nach Sizilien. Und die anderen Geschichten stehen ganz weit oben auf meiner Wunschliste.

 

Das zweite positive Hörerlebnis war In der Hitze der Nacht von John Dudley Ball, gelesen von Simon Roden.

Virgil Tibbs reist zufällig durch Wells, als dort ein Mord geschieht. Er wird festgenommen, doch als die Polizei erfährt, dass er ein Cop, spezialisiert auf Mordfälle, ist, nimmt sie zähneknirschend seine Dienste in Anspruch.

Die Kurzfassung klingt eher unspektakulär, das Interessante an der Geschichte ist auch nicht der Krimifall, sondern das Verhältnis der Menschen aus den Südstaaten zu dem schwarzhäutigen Cop. Der Rassismus und wie Tibbs damit umgeht machte für mich die Faszination dieses Hörbuchs aus. Inzwischen weiss ich, dass ich unbedingt auch den Film sehen muß – danke an meine Kollegin, der ich von dem Buch erzählt habe. Werde also die Augen aufhalten, wann er mal wieder gesendet wird.

 

So ganz nebenbei noch gehört habe ich Lügen, die von Herzen kommen von Kerstin Gier (eindeutig viel zu vorhersehbar, ohne jegliche Überraschung und/oder interessanter Begleiterscheinung) und Das verlorene Labyrinth von Kate Moss, nicht ahnend, dass schon mal wieder nach dem Gral gesucht wurde. Hab das Thema wirklich über und so interessant war die Geschichte dann halt auch nicht.

 

Gelesen habe ich – wie erwähnt – nicht viel, aber ein echtes Feel-good-Buch war Mr. Cavendish, I presume und grad beendet habe ich Nette Mädchen beißen nicht von Molly Harper.

Jane Jameson wird entlassen und betrinkt sich aus Frust. Auf dem Heimweg hat sie einen Unfall (naja, sie wird mit einem Hirsch verwechselt und erschossen 😉 ) und wacht anschließend als Vampir auf. Das neue Leben bietet ihr einige Herausforderungen: wie organisiert man seinen Beruf, woher bekommt man Nahrung und wie sagt man es seinen Eltern, insbesondere der Mutter. Und wie reagiert der beste Freund darauf, dass man versucht hat, ihn zu beißen. Hilfreich ist es dabei nicht, dass man gleich des Mordes an einem anderen Vampir angeklagt wird.

Die Geschichte ist sehr nett erzählt, wirkt dabei hin und wieder jedoch etwas unfertig und irgendwie übereilt. Die Figur hat jedoch definitiv Potenzial und ich habe meine Wochenenden schon in schlechterer Gesellschaft verbracht.

 

Aktuelles Buch: Terry Prachett: Unseen academicals

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Zwei Mal das Meer

August 14, 2010

Anemone ist eine Fischertochter, die im Wirtshaus die Böden schrubbt. Eines Tage kommt das Schiff ihres Vaters ohne ihn zurück, ihre Mutter verfällt in einer Art Trauerstarre und Ane zieht in ein Haus am Meer, in dem früher eine alte Frau lebte, die inzwischen verschwunden ist. Von dieser alten Frau hatte Ane ein wenig Magie gelernt. Als ihr dann der junge Königssohn Kir begegnet, bittet er sie um Hilfe. Er fühlt sich dem Meer verbunden und Ane soll einen Weg in das Unterwasserreich für ihn finden. Aber sie findet und verliert noch viel mehr.

Diese Geschichte wird von Patricia McKillip in dem Fantasymärchen Meereszauber erzählt. Es wirkt wie eine ganz einfach Geschichte, in schlichter Sprache erzählt und doch ist es sehr bildhaft geschrieben und wirklich schön. Die Sprache passt sich wohl Ane an, die wie ein einfaches Mädchen wirkt und in fantastische Ereignisse verwoben wird. Ein sehr schönes Märchen.

Eine ganz andere Art von Meerwesen begegnete mir in Traummann an der Angel von Mary Janice Davidson. Durch den Hinweis von soleil auf dies Buch aufmerksam geworden und weil ich bereits Weiblich, ledig, untot von ihr kenne, war ich neugierig, wie Frederika Bimm sich im Vergleich zur Vampirkönigin Betsy entwickelt.

Die Geschichte: Meeresbiologin und Meerjungfrau Fred bekommt einen neuen Kollegen, der sich um die Verschmutzung des Hafenbeckens kümmern soll. Gleichzeitig taucht Artur, Prinz des Unterwasservolkes, auf. Er sucht Freds Hilfe, um die Verschmutzung zu beenden. Beide Männer haben aber daneben noch andere Interessen, die Fred nicht gleich gefallen.

Die Geschichte ist sehr nett erzählt, wenn auch die Übersetzung – oder vielleicht auch die redaktionelle Bearbeitung – des Buches etwas zu wünschen übrig lässt. Unfertige Sätze sind gerade am Beginn eines Buches keine Empfehlung. Das wird allerdings im Verlauf besser. M.J.Davidson glänzt nicht durch brillante Dialoge oder spannende Elemente, sondern erzählt amüsante Geschichten recht einfach und unterhaltsam. Das Ende – kein echter cliffhanger, aber schon auf Band zwei hindeutend – macht Lust auf’s Weiterlesen, weil die Figuren sicherlich noch einiges hergeben könnten und sich das Buch so schnell und unangestrengt lesen lässt.

Die beiden Bücher haben wirklich ausser dem Bezug zum Meer so gar nichts gemeinsam und rein erzählerisch und sprachlich hat mich Meereszauber mehr begeistert. Aber der Traummann hat mich auch gut unterhalten und wenn mir der zweite Teil mal über den Weg läuft …


Jetzt gibt’s aber erstmal eine Meerfrauen-freie Lesephase: bereit liegen schon: Der schwarze Steg von Asa Larsson und Der Geist des Highlanders von Lynn Kurland. Bin gespannt, welches sich vordrängelt.

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Wochenendlektüre

Januar 25, 2010

Nach Soleils Besprechung habe ich dies Buch am Wochenende verschlungen: Ein Highlander zu Weihnachten von Sandy Blair. Das Buch ist total nett und amüsant, man sollte allerdings vorher seinen Realitätssinn ausschalten. Die Zeitsprungidee ist unterhaltsam umgesetzt, die Figuren sind liebenswert und stilistisch liest sich die Geschichte einfach so runter. Genau das richtige für ein kaltes Wochenende.
Weiterhin hat mir Libba Bray Gesellschaft geleistet. Der dritte Teil des Geheimen Zirkels „Kartiks Schicksal“ begleitete mich akustisch.
Gemma hat Circe gebannt und nun weiss sie nicht, wie sie ins magische Reich zurückkehren kann. In ihren Visionen sieht sie eine geheimnisvolle Frau, die ihr verschlüsselte Botschaften zukommen lässt und auch die verstorbene Eugenia Spence versucht, auf diese Weise mit ihr in Kontakt zu treten. Gemma verschließt sich den Botschaften. Doch die Visionen werden immer drängender und als die Rakschana Gemmas Bruder Tom in ihren Kreis aufnehmen, hat Gemma keine Wahl mehr: Sie muss zurück in das magische Reich und in die Winterwelt reisen. Aber wem kann sie auf der Reise trauen?
Die Geschichte ist gut weitererzählt, wenn ich mir auch mehr direkt von Kartik gewünscht hätte. Bei dem Titel hatte ich das erwartet. Die Sprecherin Julia Nachtmann liest wie vorher gut und hörenswert. Ein wenig gestört haben mich die sehr abrupten Übergänge und Brüche, die ich als Kürzungen vermute. Habe das Buch nicht gelesen, doch mir scheint Einiges zu fehlen. Das ist schade. Es war eine gute Trilogie, die Fantasy, Jugendbuch, Internats- und historische Geschichte in einem war.
Aktuell versuche ich mich an einer Hörbuchversion von Dracula von Bram Stoker – ebenfalls ein Buch, das ich bislang nicht gelesen habe. Und das mich in der Hörfassung schon ziemlich überrascht hat …

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Der dritte Teil der Erdsee

Dezember 14, 2009

oder Das ferne Ufer

Diesmal erhalten die Zauberer auf Rok Kunde, dass die Magie in anderen Teilen der Erdsee verschwindet, die Bewohner sie praktisch nur noch für Illusionen halten, die Magier ihre Formeln nicht mehr wirken können. Als Prinz Arren von Enlad persönlich nach Rok kommt, macht sich der Erzmagier Ged gemeinsam mit ihm auf herauszufinden, wer oder was verantwortlich ist für den Verlust der Magie. Mit der Weitblick segeln sie durch große Teile der Erdsee, treffen u.a. auf das Floßvolk, das auf dem hohen Meer lebt, sprechen mit Drachen und eilen ihnen zu Hilfe. Und ein Drache ist es dann auch, der Ged zu Hilfe ruft, denn auch die Drachen sind von der Macht bedroht, die die Magie verschwinden läßt.

Die Geschichte ist -zum Glück- spannender als der zweite Teil der Saga. Leider überwiegen auch hier viele Beschreibungen und in den Gesprächen wird schnell klar, wer der Verursacher des Übels ist und welche Person die Prophezeihung erfüllen wird. Insgesamt plätschert die Geschichte dahin, ist aber besser als der Vorgänger.

Insgesamt umfasst die Erdsee-Trilogie den Anfang Geds, wie er zum Zauberer wird und seine erste Herausforderung besteht (es wird so früh erwähnt, dass alles gut ausgeht, dass schon nach wenigen Sätzen das Ende klar ist!). Im zweiten Teil wird eine Großtat Geds erzählt, der dritte Teil, in dem Ged Erzmagier ist bildet den Abschluß seiner Magierkarriere. Die Geschichte wirkt etwas altbacken, lebt nicht grad von Spannung und in meiner Ausgabe sind wirklich hässliche Bilder enthalten (von Hubert Schweizer). Macht das Buch nicht wirklich attraktiver. Vielleicht gehört diese Erzählung zu den Büchern, die einfach sehr in ihrer Zeit verhaftet sind? Ich bin jedenfalls froh, dass ich die Trilogie -endlich- beendet habe und damit ***hurra*** meine erste „Blog-Mitlese-Challenge“ oder wie ich das nennen soll erfolgreich beenden konnte.  Seit August 09 habe ich drei Trilogien beendet: Dämonenhatz, Erdzauber und Erdsee. Nach so viel Fantasy beschäftige ich mich jetzt mit dem Leben einiger Schriftstellerinnen des 19. bzw. Anfang 20. Jahrhundert. Das ist wirklich eine Abwechslung! Und akustisch begleiten mich gerade wieder Emmy und Leo. Mehr dazu später … Freue mich jetzt erstmal über das erfolgreiche Leseerlebnis.

P.S.: Alle Artikel zur Challenge finden sich unter meinem Schlagwort: challenge1

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Die Gräber von Atuan

Dezember 10, 2009

zweiter Teil der Erdsee-Trilogie von U.LeGuin.

Die kleine Tenar soll die wiedergeborene Eine Priesterin sein. Sie wird unterrichtet und auf ihre Aufgaben vorbereitet, Rituale, Tänze und ein Leben an einem einsamen Ort. Zwar gibt es andere Mädchen, die auch ausgebildet werden, doch aufgrund ihrer Stellung lebt Tenar, oder besser Arha, wie sie nun genannt wird, sehr einsam. Ihre Bezugspersonen sind zwei Priesterinnen, die sie ausbilden und ihr Wächter und Beschützer. Endlich wird sie in die geheimen Gänge unter dem Tempel eingeführt, durch die sie nur im Dunkeln gehen darf, sie erforscht das unterirdische Labyrinth und zögert noch die Schatzkammer zu betreten als ein Fremder dort eindringt. Arhas Pflicht verlangt ihn zu töten, doch sie ist fasziniert von diesem Fremden und obwohl sie ihn einsperrt, bringt sie es nicht über sich ihn umbringen zu lassen. Statt dessen lernt sie ihn kennen. Doch eine der Priesterinnen erfährt davon und so fliehen Tenar und der Fremde, der sich als Magier Ged aus dem ersten Buch herausstellt.

Die Geschichte ist unglaublich langweiligatmig erzählt. Seitenlang wird von Tenar berichtet, doch es passiert einfach gar nichts. Lange glaubte ich, das Buch hätte seinen Bezug zu „Der Magier der Erdsee“ vielleicht nur in der „regionalen“ Zuordnung, denn bis Ged in dieser Geschichte auftaucht, dauert es lange. Doch auch dann entsteht überhaupt keine Spannung, da die Geschichte mehr als vorhersehbar ist. Die beiden finden den geheimen Schatz und fliehen … natürlich erfolgreich. Damit endet der Band und brachte nichts an Spannung oder auch nur interessantem Geschehen. Hoffe wirklich sehr, dass Band drei mich nicht nochmal so enttäuscht. Habe auch wirklich überlegt, ob ich weiterlese, aber da ist zum Einen die Challenge und da durch meine PC-lose Zeit und lange Bahnfahrten mehr Lesezeit vorhanden war, denke ich, das schaffe ich schon noch.

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Der Magier der Erdsee

November 18, 2009

ist der erste Band der Erdsee-Trilogie von Ursula K. LeGuin.

Ein Junge der Insel Gont entwickelt magische Fähigkeiten, wird von einem Zauberer als Lehrling angenommen und wird auf der Insel Rok an der Zaubererschule ausgebildet. In einem magischen Wettstreit unter Schülern passiert jedoch ein Unglück und „Der Sperber“ genannte Junge Ged hat einen dunklen Schatten in die Welt gerufen, der nun auf ihn wartet. Ged verlässt Rok und reist durch die Erdsee auf der Flucht vor dem Schatten, bis er erkennt, dass er sich ihm stellen muss.

Der erste Teil der Erdsee-Trilogie ist eine typische Fantasygeschichte für Jugendliche: eine magische Umgebung in einer erfundenen Welt mit fantastischen Kräften und Tieren wie Drachen, Otaks … Mir erscheint die Erzählweise des Buches recht altertümlich. Der erste Band erschien 1968, wirkt jedoch eher älter, was vielleicht mit der Übersetzung zu tun hat. In meiner Ausgabe gibt es dazu merkwürdige Zeichnungen, die eher unübersichtlich sind, wenn es sich um Karten handelt und nicht sehr klar, wenn sie die Geschehnisse zeigen. Für mich ein  überflüssiges Detail des Buches, wenn auch nicht störend.  Die Geschichte liest sich recht flüssig, doch Ged ist keine Figur mit der ich wirklich „mitfiebern“ kann, dafür bleibt er zu blaß. Seine Motivation, seine Handlungen sind vorhersehbar, nie überraschend und irgendwie bleibt diese Hauptfigur recht blass.

Werde jetzt eine Pause vor dem zweiten Buch einlegen und dann schauen, wie sich die Geschichte weiterentwickelt im zweiten Band der Erdsee.

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Nicht jedes Buch gefällt gleich …

Oktober 25, 2009

Die Priesterin von Avalon ist geschafft und das Buch des Monats Oktober hat zwar Platz im Regal geschafft, konnte mich aber leider nicht überzeugen. Es ist eine klassische MZB-Geschichte, wie sie aus vielen anderen Büchern bekannt ist. Mir kam es wie ein Abklatsch in neuem Setting vor. Die Feuer von Troja fand ich super, die Neben von Avalon waren interessant. Andere Bücher wie das Haus zwischen den Welten oder Das Licht von Atlantis von ihr fand ich ebenfalls okay. Aber die gleiche Story in neuem Gewand ist einfach zu wenig für 452 Seiten.

Besser gefallen hat mir dagegen ein indischer Krimi: Scheherazades Erbe

In der Familie Prakash Shanae Sattars scheinen Frauen nicht allzulang zu leben: zuerst bringt sich Prakashs erste Frau um, dann wird seine zweite Frau Dina ermordet und auch seine Tochter Nivedita erlebt das Ende des Buches nicht. Dinas Nichte Scheherazade und ihr Freund Zerxes Avari werden durch das Testament Dinas mehr als ihnen lieb ist in diese Ereignisse hineingezogen und suchen die Gründe, die zu den Todesfällen führten.

Das Buch lebt nicht allzusehr von der Spannung, wer der Täter ist. Ganz im Gegenteil, fand ich es ziemlich schnell offensichtlich. Aber die Gründe für die Taten müssen ermittelt werden, das Geschehen entwickelt sich und das in einem kulturell-religiösen Umfeld, das mir unbekannt war. Und daran liegt für mich auch eine große Faszination des Buches. Die Ursachen der Ereignisse waren für mich nicht durchschaubar, dazu kommen die kulturellen und religiösen Bezüge: Prakash war Hindu, Dina Parsin. Um zu heiraten konvertieren beide zum Islam und lösen eine Kettenreaktion aus, die die eigentliche Story ausmacht. Sehr gut ist das Glossar im Anhang, das viele Begriffe erklärt und Zusammenhänge herstellt. Auch wenn es nicht so wichtig ist, was der pallo ist (Stück des Sari), so ist die Erklärung für Doongerwadi (Türme de Schweigens) schon sehr hilfreich. Ich mag diese Bücher, die mir nicht nur eine gute Geschichte erzählen, sondern etwas von Lebensweisen, Bräuchen, Ideen … vermitteln. Ist so ein Anstupser mehr darüber zu erfahren, zu lesen.

Nicht ganz unpassend dazu ist mein letztes Hörbuch: Der Duft der Farben von Preethi Nair, gelesen von Nana Spier.
Nina arbeitet als Rechtsanwältin und ihre Eltern warten auf ihre Hochzeit, damit ihr Vater in Rente gehen kann. Nina aber möchte malen und durch verschiedene Ereignisse kündigt sie und sucht sich ein Atelier. Doch ihre Familie weiss von nichts und bereitet die Verlobung mit Raj vor.

Die Geschichte ist zwar ziemlich vorhersehbar, aber sehr schön erzählt. Sie läuft wie ein Film vor meinem inneren Auge ab, was nichts mit der Malerei zu tun hat. Zu Beginn fand ich die Stimme von Nana Spier sehr unauffällig, naiv und wenig überzeugend, doch im Verlauf des Buches habe ich mich daran gewöhnt und fand sie gar nicht schlecht. War genau das Richtige für ein Herbstwochenende und macht Lust auf andere Bücher der Autorin. Koriandergrün und Safranrot klingt ebenfalls gut und landet mal wieder auf meiner nicht endenwollenden Wunschliste.