Posts Tagged ‘sciencefiction’

h1

Karneval vorbei

Februar 25, 2009

und einige Bücher haben mich über diese Zeit unterhalten.
Zum einen habe ich nach langer Zeit mal wieder einen Roman von Andrea Camilleri gelesen: Die Passion des stillen Rächers (La pazienza del ragno) , der achte Fall für Commissario Salvo Montalbano, den ich total mag. Montalbano erholt sich von einer Schußverletzung, aber als eine junge Frau entführt wird, muß er zurück in den Dienst und den Grund für die Tat herausfinden. Die Bücher um Montalbano sind meist unblutig (oder zumindest wird das dezent beschrieben) und er ist kein netter Commissario à la Brunetti, sondern jemand mit sehr vielen Ecken und Macken. Aber ich mag ihn einfach und würde mich freuen, wenn auch die Verfilmungen in Deutschland weiter gezeigt würden. Leider scheint das nicht absehbar. Ich fand sie – mit Ausnahme von der Besetzung von Livia – total gelungen und Luca Zingaretti hat es geschafft mein Bild von Montalbano neu zu gestalten.

Nebenbei habe ich (auf langen Bahn- und Busfahrten) Ken Follett gehört: Die Tore der Welt (World without end).
Ein echter historischer Schinken, der netterweise in der gekürzten Fassung vorliegt und von Joachim Kerzel gelesen wird. Und das war auch der Grund, warum ich es mir angehört habe, denn ich mag sowohl den Stil seiner Lesung als auch seine Stimme sehr gern. Die Geschichte spielt wieder in der Gegend wie Die Säulen der Erde und die Nachfahren Tom Builders schlagen sich mit dem Bau einer Brücke, dem Überleben bei Krieg und Krankheit, mit Edelleuten und Kirchenmännern herum. Das Buch enthält wohl alles, was man getrost in einem historischen Roman der Zeit erwarten kann und obwohl kein großer Fan dieses Genres war es nett zu hören.

Ein anderes Buch führte mich nach Japan: Kompression von To Ubukata ist der erste Teil der Mardock-Trilogie. 
Ein junges Mädchen, die Luxus-Geisha Rune Balot, soll ermordet werden, doch sie wird gerettet um gegen den Täter aussagen zu können. Nach ihrer Rettung wird sie "technisiert" und dieser Teil der SF-Trilogie erzählte diese Wandlung und einen Teil ihrer Vergangenheit.
Der Beginn des Buches ist durch eine gedrückte Stimmung gekennzeichnet, wenn es um die Geschichte von Rune geht. Als es dann gegen Ende des Buches zum Angriff auf sie kommt, schlägt die Atmosphäre komplett um als ein blutiger Kampf ausdrücklich geschildert wird. Danach bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich die Fortsetzungen lesen möchte. Für mich hätte es hier deutlich weniger Gewalt sein dürfen. Ein paar Schwierigkeiten habe ich auch mit dem Klappentext und mit der Vorstellung der Charaktere, aber das könnte an meiner SF-Unerfahrenheit liegen. Es war auf alle Fälle und überwiegend lesenswert wegen des grösseren ersten Teils.

Sehr viel unblutiger waren zwei weitere Bücher: Im Brunnen der Manuskripte (The well of lost plots) von Jasper Fforde und The confession of Fitzwilliam Darcy von Mary Street. Ffordes Geschichten mit Thursday Next in der Welt der Literatur begeistern mich sehr, weil sie so fantasievoll und gleichzeitig so voller Anspielungen und Geschichten aus der Literatur sind. Die Kurzfassung von Anna Karenina im Fußnotofon ist klasse und ich sollte es unbedingt mal lesen. Die Confessions hingegen haben mich einfach nur glücklich sein lassen. Die Geschichte ist nicht neu, es gibt nur die andere Sichtweise, aber das in sehr unterhaltsamer und amüsanter Form.
"Miss Bingley would have chosen to keep me company.
 I had reasons for avoiding a situation of that nature."
Kleine und feine Seitenhiebe, neue Deutungen altbekannter Geschehnisse und eine wunderschöne Liebesgeschichte. Ein Buch das mich glücklich macht 😉

h1

Erlebnisse eines Zahnartzes

Juni 20, 2008

im Weltall oder auch Der Retter von Dent-All (Prostho Plus) von Piers Anthony.
Habe lange Zeit einen großen Bogen um Science fiction-Literatur gemacht und als erstes dann Stanislaw Lem gelesen. Ich weiss nicht, ob er dem typischen SF-Bild entspricht und habe mich daher mal von einer SF-Leserin mit Tipps auf dem Flohmarkt versorgen lassen. Herausgekommen ist eine Art Anfängerbuch. Smileys Für mich war der Unterschied zur Fantasy fast nicht vorhanden, weil alles, was ich sonst so „befürchtet“ hatte gar nicht erst auftauchte: viel Technik, unverständliches Vokabular um Beispiele zu nennen.
Worum es geht: Dr. Dillingham (dessen Vornamen ich m.W. nie erfahren habe) hat einen außerirdischen Patienten, der ihn aus Dankbarkeit (?) mit ins Weltall nimmt. Dort behandelt er sich durch verschiedene Lebensformen, Planeten, Erlebnisse und gewinnt dabei den Wunsch sich an der galaktischen Dental-Universität weiterzubilden.
P. Anthony leidet nicht an Einfallsreichtum und doch ist vieles an der Geschichte einfallslos. Der Aufbau erinnert mich sehr an ein Märchen, inhaltlich werden Moralvorstellungen (und Zahnpflegetipps) vermittelt, die Übersetzung erscheint mir nicht unbedingt ausgefeilt, kann ich aber nur vermuten, weil ich die deutsche Fassung gelesen habe. 1971 war das vielleicht auch noch revolutionärer, einzigartiger oder …?! Das dazu Lücken in der Geschichte sind (was wird aus der Studentenrevolte?) macht das Buch nicht unbedingt besser.  Es ist immer noch unterhaltsam und ich bedaure das Lesen nicht. Eine Empfehlung würde ich jedoch keinesfalls aussprechen und werde mich wohl über kurz oder lang doch an weitere (und andere) SF-Literatur wagen.